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Mixed Media Stoff und Acrylfarbe

Collage als Basis

 

Alle die nähen, verlieben sich zuweilen auch mal in ein Stoffmuster und haben immer Reste in ihrer Nähstube liegen. Da bei mir Mal- und Nähatlier ein und derselbe Raum ist, hat mich diesmal ein Stoff zu einem Bild inspiriert. 

 

Die erste Schwung ging ganz spontan. Eine bereits bemalte Leinwand wurde teilweise überarbeitet, um als Hintergrund zu dienen. Die Stoffreste wurden weiter zerschnitten und auf die Leinwand aufgeklebt.


 

Zum Aufkleben eignet sich das Gel Medium Matt von Amsterdam hervorragend. Das kann man auch in kleineren Tuben kaufen.

 

Der Stoff haftet damit perfekt auf dem Untergrund, hat keinen Kleberglanz und ist wunderbar zu übermalen.

 

Vor der Bemalung sollte man den Kleber trocknen lassen, weil man sonst das feuchte Stück Stoff mit dem Pinsel verschiebt. Wer vorsichtig vor geht, kann auch direkt auf den nassen Kleber Farbe setzen.

 

Die Schrift an der Webkante des Stoffes habe ich zum unteren und oberen Zierabschluß der Vase genutzt. Die blaßgrünen Flächen im Stoff gefielen mir sehr gut als eine Art Reflektion in der Vase, die späterhin dann noch verändert wurde.

 

Ansonsten habe ich die Collagestücke als Blumen- und Blattform ausgeschnitten und frei nach Gefühl aufgeklebt. Wenn man vorsichtig vorgehen möchte, sollte man die Teile auf der Leinwand  anordnen bis einem die Komposition gefällt und erst dann mit dem Verkleben beginnen. Ich bevorzuge die spontane Art, die den Vorteil hat, den Kopf nicht so lange nach klassischen Aufteilungen suchen zu lassen und um einem überraschenden Effekt Raum zu geben. Der Nachteil dabei ist, dass man eventuell ein Teil an einer Stelle kleben hat, das einen erst mal sehr stören kann. Aber auch das sollte als Herausforderung betrachtet werden.


Suche nach Formen und Mustern

Ist die Collage fertig, beginnt die Suche nach entsprechend passenden Formen.

 

Hinter der Vase wurde eine Hintergrundlinie gesetzt, um den Raum anzudeuten. Erste Blätter heben sich beim Malen durch eine helle Umrandung hervor.

 

Meistens ist es einfacher nach einer Vorlage zu arbeiten. Ein frischer Blumenstrauß in der Vase oder auch Fotos von einem Strauß können sehr hilfreich sein.

Hier blieb es, ohne jegliche Vorlage meiner Phantasie überlassen, Blüten einzugrenzen oder zu erweitern und Blattwerk dazu zu fügen.


weitere Schritte zur Verfeinerung

Im Laufe der Arbeit gefiel mir die Aufteilung in der Bildmitte immer weniger. Der Strauß kam mir wie abgeschnitten vor, weshalb ich dann noch eine weitere Blüte, die oben an den Bildrand stößt aufgeklebt habe.

 

Die Vase brauchte, neben der mit klarer Linie angedeuteden Tischplatte, auch noch noch einen Schatten, um ihr mehr Volumen zu verleihen. Die hellen Stellen auf der Vase wurden abgemildert.

Einzelne Blüten kamen dazu und wurden auch wieder übermalt und so kann man längere Zeit weiter arbeiten.

 

In der Regel sollte man ein Bild, wenn es fast fertig erscheint, ein paar Tage weg stellen und es sich auch nicht mehr anschauen. Anschließend hat man einen "frischeren" Blick drauf und kann besser entscheiden, an welchen Stellen man noch arbeiten möchte.