Intensive Farbigkeit


Das Thema "INTENSIV" habe ich mir für die Oberkasseler Kulturtage dieses Jahr gewählt. Seitdem beschäftige ich mich mit Formen und Farben, die einen intensiven Ausdruck vermitteln in einem besonderen Maße.

 

Obwohl die Bilder für die Ausstellung abstrakter, bzw. ungegenständlicher Natur sind, inspiriert mich Letztere doch häufig. 

 

Diese abstrakte Malerei lebt unter anderem von der Intensität der Farbe. Dabei habe ich keine "Neonfarben", die es seit ein paar Jahren auf dem Markt gibt benutzt. Die Neonfarben haben zwar den Vorteil, dass sie extrem leuchtend sind, aber auch entsprechend künstlich und grell erscheinen. Der große Nachteil ist, dass sie nicht lichtecht sind, d.h. über die Jahre verlieren sie ihre Leuchtkraft. Das ist bei guten Acrylfarben in der Regel nicht der Fall.

 

Das Leuchten entsteht bei dieser Arbeit hauptsächlich über die Farbwahl und -mischung. Kalte und warme Töne sowie Komplementärkontraste führen dazu, dass die Farben intensiver wahrgenommen werden.

 


 

 


 

Hier kann man den Kalt-, Warmkontrast schön sehen.

Links ist das warme Orangerot, das einen hohen Gelbanteil hat. Das kühlere Mangenta oder Pink hat mehr Blauanteile.

 

Die Farben sind auf einen weißen Untergrund halbtransparent aufgetragen. Dadurch leuchtet die Farbe auch kräftiger.


VifArt abstrakte Komposition mit kalten und warmen Tönen und Komplementärkontrasten
Acryl auf Leinwand 30 x 30

Die carminroten Rechtecke sind dicker aufgetragen und somit scheint der Untergrund an den Stellen nicht durch, was einen Kontrast zu zu den anderen Flächen bildet.


Rot und Grün sind Komplementärfarben und unterstützen sich dadurch in ihrer Wirkung. Mehr über Komplementärfarben ist im Artikel Farbkontraste und ihre Wirkung zu lesen.


Das Bild dieses Monats ist geprägt von den intensiven Eindrücken des Sommers. Wobei für mich nicht nur die tatsächlichen Farben ausschlaggebend sind, sondern auch die emotionalen Eindrücke einer Zeit. Dieser Sommer hatte viele Sonnenstunden und die Leuchtkraft drückt sich nach meinem Empfinden am besten in starken Farben, Bewegungen und Kontrasten aus.


Sonnenhut - Mangenta und Orange als Kalt-Warmkontrast
Sonnenhut - Mangenta und Orange als Kalt-Warmkontrast

Farben, Abbildung und Lichtverhältnisse

Malerei zu fotografieren ist eine große Herausforderung. Das Original ist immer schöner, bzw. lebendiger als eine Abbildung. 


Je nach Lichteinfluss verändert sich die Farbigkeit eines Bild laufend. Sind die Bilder gut ausgeleuchtet zeigen sie intensive Farben und viele Details sind erkennbar. Das ist auch der Grund, warum Bilder in guten Galerien alle einzeln angestrahlt werden. Hängt ein solches Bild später zu Hause mit z.B. einem seitlichen Tageslichteinfall, hat es eine andere Wirkung.


Das Bild rechts ist in einem Raum, an einer Wand hängend mit Blitz fotografiert worden. Die weiße Wand kommt nicht wirklich weiß zum Vorschein und auch die Buntheit des Bildes erscheint gedämpft. Das große Bild unten wurde draußen im Sonnenschein abgelichtet und zeigt eine ganz andere Farbintensität.


Sonnenhut mit mehr kühleren Farben läßt das Weiß leuchten
Sonnenhut mit mehr kühleren Farben läßt das Weiß leuchten