Emotion und Motivation sind nicht zu trennen

Gefühle und der Antrieb,

das zu tun was wir tun

oder es zu unterlassen

Tun wir das was wir tun, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen oder tun wir es, weil wir es einfach tun wollen und gerne tun?

Was ist die treibende Kraft?

 

Meine Mutter fragte mich vor sehr vielen Jahren, warum ich denn immer noch Bilder malen würde, ich hätte doch bereits alle Wände voll. Sie ging wohl davon aus, dass ich dabei das Ziel vor Augen hatte, meine Wände zu dekorieren. Auf die Idee, dass ich nur male, weil ich es so gerne tue, ist sie nicht gekommen. 

 

Neujahrsvorsätze mit kurzen Beinen

 

Neujahrsvorhaben, die oft schnell in Vergessenheit geraten, haben gemeinsam, dass die Motivation, der innere Antrieb nicht ausreicht oder nicht stimmt.

 

Das gute Gefühl ist nicht mit im Boot.

 

Wir werden von unseren Gefühlen gelenkt. Ein gutes Grundgefühl bewegt uns eher dazu Dinge zu tun, ein schlechtes treibt uns zur Vermeidung oder Angsthandlung.

Man kann sich mit logischen Argumenten immer wieder vornehmen, Gewicht zu verlieren und seine Fitness mit mehr Sport zu steigern, aber dazu müssen wir herausfinden, wie wir dabei gute und antreibende Gefühlen bekommen und aufrecht erhalten. 

 

Das Ziel "Abzunehmen" ist schnell vergessen, wenn Sport als die reinste Qual empfunden wird und eine Ernährungsumstellung mit dem Gefühl von großem Verzicht einher geht. 

 

Wenn wir etwas tun, das uns beim Tun bereits Freude bereitet, dann ist die Ausdauer wesentlich größer und damit wächst die Chance der Zielerreichung.

 

Ein guter Sportler z.B. hat Spaß an dem was er tut. Sein Sport ist für ihn eine schöne Herausforderung und oft genießt er es seinen Körper bei der Bewegung intensiv wahrzunehmen. 

 

Dementsprechend ist es unsere Aufgabe, herauszufinden, was uns gut tut, was Freude macht.

 

 

Der Reiz des Zieles und der Reiz des Erlebens

 

Damit wir uns dauerhaft für ein bestimmtes Ziel einsetzen, muss es schon ein sehr starkes Ziel sein, stark im Sinne von schön oder eben lebenswichtig.

 

Viele Menschen gehen täglich zur Arbeit, weil das Geld am Ende des Monats für des Überleben gesichert sein soll. In dem Sinne ist das Ziel, Geld zu erhalten ein sehr starker Anreiz. Die Vorstellung ohne Job und Geld da zu stehen, ist beängstigend. 

 

Den Reiz des Erlebens haben wir immer dann, wenn gute Gefühle uns antreiben etwas zu tun. Wenn uns die Arbeit, mit der wir Geld verdienen auch Spaß macht, dann können wir uns wirklich glücklich schätzen.

Der Promifriseur Udo Walz erklärte die Tage in einem Interview, dass er sich sein Leben ohne seine Arbeit  nicht vorstellen kann. Er ist 70 Jahre alt und denkt nicht an Rente. Täglich ist er von 10.00 - 18.00 Uhr in seinem Friseursalon. Bei ihm gehen der Reiz des Zieles (Geld verdienen) und der des Erlebens (etwas gerne tun) Hand in Hand. 

 

Der Weg ist das Ziel

 

Diesen wohlbekannten Satz können wir locker anwenden, wenn wir uns mit Dingen beschäftigen, die wir gerne tun. Dann genießen wir den Weg und es ist auch nur halb so schlimm, wenn er uns woanders hin führt, als zu dem ursprünglich festgelegten Ziel.

 

Um den Weg genießen zu können, sollten wir uns bewusst unserer spielerischen Seite wieder widmen.

 

Würde man einem Kleinkind sagen, es müsse jetzt regelmäßig üben, um laufen zu lernen oder Vokabeln pauken, damit der erste Satz auch ein richtiger Satz wird, wäre "Bäh!" wäre eine sehr passende Antwort. Kinder lernen, zumindest bis zu einem gewissen Alter, absolut spielerisch. Sie machen Fehler und versuchen ihr Vorhaben immer wieder umzusetzen bis es klappt. Irgendwann laufen und sprechen sie, wie selbstverständlich. Da brauch es keinen Druck von Aussen. Die Motivation für ihr Tun kommt Innen. Sie wollen das tun was sie tun, denn das befriedigt ein inneres Verlangen und ist mit einem starken Gefühl verbunden. 


Dem Spiel Raum geben oder anders gesagt

Spielräume ausloten und nutzen

 

Selbstverständlich gibt es Berufe und Tätigkeiten, bei denn "spielen" gefährlich und nicht angesagt ist. Aber wenn wir es schaffen uns diese Haltung schon mal wenigstens in Teilbereichen unseres Lebens anzueignen, dann haben wir schon viel gewonnen. 

 

In unserer Gesellschaft geht es häufig um Leistung die zu erbringen ist. Wettbewerbssituationen gehören zum Alltag.

Oft haben wir das Gefühl uns mit anderen messen zu müssen oder von anderen als "nicht gut genug" bewertet zu werden. Unsere eigene Messlatte hängen wir entsprechend hoch. Hier gilt es, sich wieder Freiräume einzurichten, in denen man wie Kinder spielen kann. Das tut der Seele gut und trägt zum eigenen Selbstbewusstsein bei. Trauen sie sich erst mal in einem Bereich ihre ganz individuellen Schritte zu machen, dann können sie das auch irgendwann auf andere Bereich übertragen.

 

Spielerisch malen oder zeichnen

 

Wie kommen wir wieder dahin?

 

Sie können fühlen, wie kontraproduktiv

folgende Gedanken sind:

 

- "Das muss ein gutes Bild werden."

- "Das Bild will ich an an Person X verschenken."

- "Wir brauchen dringend noch ein Bild fürs Wohnzimmer."

 

An so was würden spielende Kinder sich nie orientieren. Nur leistungsorientierte und zweckverfolgende Erwachsene tun das. 

 

Spielend geht es erst wieder, wenn wir unser Augenmerk auf andere Schwerpunkte legen.

 

Den guten Gefühlen Raum geben ist eine wertvolle Basis.


Fühlen sie ruhig, wie die Stimmen der inneren Kritiker und Leistungsantreiber kommen und dann entscheiden sie sich, das Spielen wieder in den Mittelpunkt zu stellen.

 

Spielen heißt zu fühlen, welche Farbe gerade wichtig ist, welche Bewegungen ausgeführt werden wollen.

 

Spielen heißt ausprobieren ohne Zweck und Ziel und sie werden dabei enorm wichtige Erfahrung machen.

 

Spielen heißt dem Zufall eine Chance geben. Lassen Sie sich überraschen.

 

Nehmen Sie zu Beginn lieber einfaches Papier statt Leinwände, dadurch reduzieren sie den inneren Produktionsdruck. Kritzeln sie drauf los, übermalen sie Teile wieder. Ignorieren sie was bereits auf der Fläche zu sehen ist, malen sie einfach weiter, dadurch können neue Ideen entstehen. Malen sie sich frei. Es soll sich einfach nur gut anfühlen.

 

Das ist auch ein wunderbarer Einstieg für geübte Maler, denn damit treten wir einfach mal aus dem Alltagstrott raus. Der Spielraum wird eröffnet.

 

Besonders bei der abstrakten Acrylmalerei ist jede Spur, die auf dem Papier oder der Leinwand hinterlassen wird eine wertvolle Grundlage. Durch die mehrfache Übermalung und Überlagerung der Farbschichten kommt Leben ins Bild. Sie haben dem Bild dann mit ihrer ganz eigenen Handschrift Leben eingehaucht.

 

Freude am Tun ist eine sehr starke Motivation, die uns kreative Freiräume schafft.