Bild-Komposition über Form, Fläche und Linie

Wie gestalte ich ein abstraktes Bild?

 

Bei der Malerei stellt sich immer wieder die Frage, auf was man zurückgreifen kann, um ein Bild zu entwerfen.

 

Eine Möglichkeit ist auf Fotos zurück zu greifen, wie ich bereits ein Beispiel im Blog gezeigt habe unter "Vom Foto zum Bild". 

Hier ist zwar kein völlig  gegenstandsloses Bild entstanden, aber eine bereits abstrahierte Darstellung des fotografierten Objektes in verfremdeter Farbgebung und in nur teilweise dargestellten Formen.

 

Um zur Kompostion eines gegenstandslosen Bildes zu gelangen ist es anfangs hilfreich sich eine größere Leinwand in Flächen zu unterteilen, denn letztlich kann man in den meisten Bildern eine unterschiedliche Gewichtung von Formen, Flächen und Linien erkennen.

Diese Aufteilung ist erst mal nur ein Leitfaden, um die einzelnen Felder farblich und mit Hilfe von Formen in einem spielerischen Prozess wachsen zu lassen. 

 

Im Folgenden begleite ich eine Freundin bei diesem Aufbau. Am Anfang war die Linie und auch zum Schluss...

 

 

 

 

 

 

Mit Linien schaffen wir kleine und große Formen auf

einer Fläche.

Dies kann man erst mal spielerisch auf Papier ausprobieren, bis eine Unterteilung gefunden ist,

die an und für sich schon gut gefällt. 


 

Bei dieser Arbeit wurde die Leinwand erst mal gelb grundiert und anschließend die Linien für die Aufteilung in Kreide aufgezeichnet. Die Kreide hat den Vorteil, dass man die Linie, wenn sie nicht gefällt wieder abwischen kann.

 

Manchmal entsteht auch während des Malens eine andere Aufteilung, dann kann man die zarten Linien einfach ignorieren.  

 

Anschließend wurden die gewählten Flächen mit einem Spachtel  farblich angelegt.



Als Formen haben wir, neben den fließenden offen Formen, hauptsächlich mit dem Kreis, dem Quadrat, den Drei- und den Rechtecken zu tun.

 

Hier fiel die Wahl erst mal auf die Rechtecken in unterschiedlicher Größe.

 

Sie wurden aufgedruckt, um die feine und zu akkurate Pinselei zu vermeiden und den Überraschungseffekten eine Chance zu geben.



Als nächstes entstand die Idee den Flächen und Formen noch längliche Elemente hinzuzufügen.

Auch hier wurde wieder mit unterschiedlichen Größen gespielt.


In einem Malprozess muss man nie wissen was alles kommt. Nur der nächste Schritt ist wichtig. Besonders bei der Acrylfarbe hat man den Vorteil, dass alles was gemalt ist, auch wieder übermalt oder teilweise verdeckt werden kann. Alle Spuren die entstanden sind machen das Bild spannender und interessanter.



 

 

Eine erst feine Linie, die entdeckt wurde, ist verstärkt worden.

 

Die Bilder geben uns über zufällig entstandene Spuren eine Richtung an, in der wir sie weiterentwickeln können. 



 



In der Endphase geht es dann darum, Flächen zusammenzuziehen,

in dem man sie farblich verdichtet und verbindende Elemente hinzufügt.

 

Wie im Vergleich der beiden Bilder zusehen ist,

wurde das graue Element von rechts oben wiederholt.


In der gelben Fläche kam eine farbliche Nuancierung dazu.

Und zum Schluss wurden Linien aufgegriffen und ergänzt. 

 

Die ursprüngliche Bildaufteilung hat sich verändert. Sie war dennoch wichtig,

um erst mal einen Anfang, eine Orientierung auf der Fläche zu schaffen. 

Beim Malen, gilt es dann, sich zu vertiefen,

sich auf Zufälle und Eingebungen einzulassen... 

 

"Offen sein für das was sich zeigen möchte."